Kick-Off Workshop des Thinktanks „Thought for Food” – Ein voller Erfolg!

Am 4. Mai versammelten sich knapp 50 WissenschaftlerInnen, Studierenden und Young Professionals in Räumen der Hertie School of Governance, um bei der Entstehung des Thinktanks „Thought for Food“ dabei zu sein. Die Energie im Raum war spürbar.


Die verschiedensten Wissenschaftszweige waren vertreten. So kamen schon bei der Kennenlernrunde Soziologen mit Medizinern und Öko-Agrarmanagern ins Gespräch, während Ernährungswissenschaftler mit Volkswirten und Stadt- und Regionalplanern Ideen austauschten. Diese Interdisziplinarität ist ein zentraler Bestandteil des Thinktanks: „Bei einem Querschnittsthema wie nachhaltiger Ernährung und Landwirtschaft ist der inter- und transdisziplinäre Austausch durch das Zusammenbringen von Wissen und Expertise aus unterschiedlichen Perspektiven essentiell um zukunftstaugliche Lösungsstrategien zu entwickeln“, erklärt Dr. Alexandra Botzat, Co-Koordinatorin des Thinktanks.

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Die Idee des Thinktanks kam den Mitgliedern des Berliner Vereins „NAHhaft“ vor zirka einem Jahr, als sie feststellten, dass trotz großem Medien- und Öffentlichkeitsinteresse ein praxisorientierter Diskurs zu zukunftsfähigen Agrar- und Ernährungspolitikstrategien im deutschsprachigen Raum fehlte. Lukas Fesenfeld, Präsident von NAHhaft e.V., führt aus: „Aus unserer Sicht fehlte bislang ein Raum für kreative Querdenker, die sich trauen, ihre fundierten Fachkenntnisse und Analysen zu einer nachhaltigen Land- und Ernährungswirtschaft einer breiten Öffentlichkeit in innovativen und durchdachten Formaten zu präsentieren. Ein junger, inter- und transdisziplinärer Grassroot Thinktank kann dank seiner besonderen Beteiligungskultur Wissensaustausch, Wissensinnovation und Wissenstransfer leisten.“

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Partizipatorisch und inklusiv stellt der Thinktank eine Plattform zur inter- und transdisziplinären Vernetzung junger WissenschaftlerInnen und PraktikerInnen im Bereich nachhaltige Landwirtschaft und Ernährungssysteme dar und fördert den wissenschaftlichen Austausch und Transfer. Die Arbeit des Thought for Food Think Tank geschieht in Synergie mit den Forschungsprojekten des NAHhaft Institut für nachhaltige Ernährungsstrategien und anderen Forschungsinstituten, sodass wissenschaftliche Erkenntnisse aus Theorie und Praxis umgehend in politische Strategien und Positionspapiere umgesetzt werden können. Der Thinktank bietet seinen Mitgliedern somit die Möglichkeit – beispielsweise durch Policy Paper, kreative Veranstaltungsformate und mediale Beiträge – die gesellschaftspolitische Debatte mitzugestalten und ihren innovativen Ideen Gehör zu verschaffen.

Diese Ideen schwirrten schon während des Kick-off-Workshops durch den Raum. In drei Programmgruppen – mit jeweiligem Fokus auf ökologische, ökonomische und soziale Themengebiete – brainstormten die Anwesenden mit brennendem Eifer, welchen zentralen Herausforderungen im Bereich Ernährungs- und Agrarpolitik sie sich zuerst widmen wollen. Die Spannbreite der Interessen – welche von Tranformationspfaden über soziale Teilhabe in der Wertschöpfungskette bis Demethanisierung reicht – zeugt sowohl von der Diversität der vertretenen Expertenkenntnisse als auch von der Vielzahl der Probleme, welche unser gegenwärtiges Ernährungssystem aufwirft.

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Die Kommentare und Handlungsempfehlungen, welche auf Basis von regelmäßigen Gruppendiskussionen ausgearbeitet werden, werden zunächst auf dem „Thought for Food“-Blog veröffentlicht. Nach intensiver Auseinandersetzung mit den Themen durch die Gruppenmitglieder und – über den Blog – VertreterInnen der interessierten Öffentlichkeit werden umfassende Strategien in Policy Papers zusammengefasst und an politische EntscheidungsträgerInnen herangetragen. Somit erhofft sich der Think Tank, als praxisorientierte ernährungspolitische Forschungsinstitution eine zentrale Anlaufstelle für die gesellschaftliche und politische Debatte über zukunftsfähige Ernährungsstrategien zu werden.

Diese Zukunftsvisionen begeistern die JungwissenschaftlerInnen und –praktikerInnen, deren Ideen bislang nur unzureichend in Betracht gezogen wurden. „Ich möchte aktiv am Aufbau von Thought for Food mitwirken, weil ich es als interessante Möglichkeit sehe, am Diskurs um Agrar- und Ernährungspolitik mitzuwirken und neue Verbindungen zu anderen im Agrar- und Ernährungssystem engagierten Menschen zu finden“, meint zum Beispiel Hendrik Steppke, der an der Uni Leuphana studiert.

So gibt es für die Teilnehmer des Kick-off Workshops beim Ausklingen mit veganer Suppe und „geretteten“ Apfelrosen vom Real Junk Food Project eine zentrale Frage: Wann trifft man sich das nächste Mal?

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